Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Gewalt gegen Kinder

Portrait von Marta Santos Pais
Marta Santos Pais (c) UN Photo/Jean-Marc Ferré

Das Amt der Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für Gewalt gegen Kinder wurde 2009 geschaffen und wird seitdem von Marta Santos Pais aus Portugal bekleidet. Sie agiert global als unabhängige Fürsprecherin für die Verhinderung und letztendlich Abschaffung jeglicher Gewalt gegen Kinder. Ihre Arbeit wird von dem Grundsatz geleitet, dass Gewalt gegen Kinder niemals gerechtfertigt und in allen Fällen vermieden werden muss. Ziel des Mandats ist es, in jedem Staat eine nationale Strategie zur Gewaltvermeidung sowie Handlungsvorgaben für eine angemessene Reaktion auf Gewalt zu entwickeln. Außerdem soll ein gesetzliches Verbot von Gewalt gegen Kinder in allen Ländern verankert werden. In Kooperation mit anderen Menschenrechtsorganen macht die Sonderbeauftragte LObbyarbeit bei Regierungen und gibt Kindern die Möglichkeit, sich durch altersgerecht gestaltetes Material selbst über ihre Rechte zu informieren.

Gewalt gegen Kinder ist oftmals Zuhause und in der Familie anzutreffen, also Lebensbereiche, die vom Staat schlecht einzusehen sind und deshalb umfassende Bildungs- und Implementierungsmaßnahmen nötig machen. Ebenso thematisiert die Sonderbeauftragte Gewalt an Schulen, in Pflege- und Betreuungseinrichtungen, an Arbeitsplätzen, in Justizsystemen und Gemeinden. Ihre Arbeit wird dadurch erschwert, dass manche Gewaltakte unter nationalem Recht zulässig oder tief in kulturellen und sozialen Praktiken verankert sind.

Mehr Informationen, Berichte und Studien finden Sie auf der englischsprachigen Webseite der Sonderbeauftragten hier

Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte

Porträt von Leila Zerrougui
Leila Zerrougui (c) UN Photo/Rick Bajornas

Die Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte setzt sich für die Rechte und den Schutz aller Kinder, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind und für die Stärkung des Bewusstseins für die Rechte dieser Kindern ein. Das Amt wurde als Reaktion auf einen Bericht von Graca Machel aus dem Jahr 1996 geschaffen, der im Kontext von Bürgerkriegen wie im Libanon, zwischenstaatlichen Kriegen wie dem zweiten Golfkrieg und dem Genozid in Ruanda entstanden war. Der Bericht, der auch als "Machel-Bericht" bekannt wurde, zeigte detailliert die Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf Kinder auf und forderte konkrete Schutzmaßnahmen.

Seit 2012 wird das Amt der Sonderbeauftragten von Leila Zerrougui ausgefüllt, deren Aufgabe es ist, als unabhängige Fürsprecherin mit diversen PartnerInnen eine gemeinsame Antwort auf drängende Fragen im Kinderschutz zu finden.

Zu den gravierendsten Verletzungen an Kindern in Konflikten zählen die Rekrutierung als Kindersoldaten, sexuelle Gewalt, gezielte Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser, Entführungen und die Verweigerung humanitärer Unterstützung in Krisenzeiten sowie Tötungen und Verstümmlungen. Durch moderne Kriegsführung, insbesondere den Einsatz von Luft- und Flächenbombardierungen und Drohnen, sowie Terrorismus und dessen Bekämpfung sind Kinder in großer Zahl unschuldige Opfer in den Kriegen der Erwachsenen. Die Abwesenheit eindeutig begrenzter Kampfzonen und die zunehmende Anzahl und Diversifizierung von Konfliktparteien führen zu einer großen Komplexität von Konflikten. Diese Unübersichtlichkeit wird von vielen Konfliktparteien dafür genutzt, Grenzen völkerrechtlich verankerter Bestimmungen zum Schutz der Zivilbevölkerung zu missachten. In dieser Situation tragen Kinder schwere körperliche und seelische Verletzungen davon. Die Aufgabe der Sonderberichterstatterin ist es deshalb nicht nur, den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten zu fordern, sondern auch Strategien zu entwickeln, den betroffenen Kindern umfassende und langfristige Hilfe zukommen zu lassen.

Mehr Informationen, Berichte und Studien finden Sie auf der englischsprachigen Webseite der Sonderbeauftragten

Sonderberichterstatterin über den Verkauf von Kindern, Kinderprostitution und Kinderpornografie

Portrait von Najat M'jid Maala
Najat M'jid Maala (c) UN Photo/Jean-Marc Ferré

Mit dem zunehmenden Bewusstsein über die sexuelle Ausbeutung und den Verkauf von Kindern schuf die Menschenrechtskommission 1990 das Mandat eines Sonderberichterstatters und ernannte 1991 den ersten Vertreter. Inzwischen wurde das Mandat mehrfach - inzwischen auch vom Menschenrechtsrat - verlängert und wird seit 2008 von Najat Maalla M’jid aus Marokko ausgefüllt. Ihre Aufgabe ist es, die Generalversammlung, den Menschenrechtsrat und die Öffentlichkeit über die Ausbeutung von Kindern zu unterrichten und Empfehlungen an Regierungen, NGOs und andere UN-Organe zum Schutz von Kindern auszusprechen. Im Zeichen der zunehmenden Kommerzialisierung sowie Internationalisierung dieses Bereiches richtet sich die Sonderberichterstatterin zusätzlich an Verantwortliche der Privatwirtschaft. Dafür ermittelt sie nicht nur bezüglich der Kinderrechtsverletzungen selbst, beispielsweise durch Länderbesuche, sondern untersucht auch deren Ursachen und neue Entwicklungen.

Trotz des umfassenden Schutzinstrumentariums für Kinder, das die UN verabschiedet hat, blühen Verbrechen um den Verkauf von Kindern, Kinderprostitution und Kinderpornografie geradezu auf. Als eine Ursache nennt die Sonderberichterstatterin den Missbrauch des Internets und die Möglichkeiten schneller Verbreitung insbesondere kinderpornografischen Materials, das sich Schätzungen zufolge auf Millionen von Bildern beläuft. Auch ökonomische Krisen verstärken kriminelle Tendenzen in diesen Bereichen, da Armut die Verletzlichkeit von Kindern in Kombination mit anderen Risikofaktoren wie einer schwachen Familienstruktur noch verstärkt. Die Arbeit der Sonderberichterstatterin erschwert sich zusätzlich durch unzureichende Gesetzgebung vor Ort, da in verschiedenen Ländern die Straftatbestände zum Kindesverkauf, Prostitution und Pornografie nicht klar definiert sind und damit Raum für die Kriminalisierung der Opfer geben. Zudem ist die Datenlage oft nicht verlässlich, da diese Verbrechen versteckt geschehen und häufig aus Furcht vor Repressalien und Stigmatisierung nicht den Behörden gemeldet werden.

Mehr Informationen finden Sie auf der englischsprachigen Seite zum Mandat der Sonderberichterstatterin

Aktuelle Berichte in englischer Sprache finden Sie hier