Kinderrechte

Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung (3 Milliarden Menschen) sind jünger als 25 Jahre. Es ist die größte Generation junger Menschen, die je auf diesem Planeten gelebt hat. Die Lebenschancen der Kinder weltweit haben sich insgesamt verbessert, wenn auch mit großen regionalen Unterschieden. Verglichen mit 1990 sterben heute täglich durchschnittlich zehntausend Kinder weniger. Dennoch sind es nach Berechnungen von UNICEF immer noch jedes Jahr 8,8 Millionen Kinder, die die ersten Lebensjahre nicht überleben. Viele dieser Todesfälle wären zu vermeiden, zum Beispiel durch sauberes Wasser, bessere Hygiene und Gesundheits-versorgung.

Trotz weltweit gestiegener Einschulungsraten gehen immer noch 101 Millionen Kinder nicht zur Schule. Rund 150 Millionen Mädchen und Jungen zwischen fünf und 14 Jahren müssen arbeiten. Sie wachsen in einem Umfeld auf, das von großer sozialer Ungleichheit gekennzeichnet ist.

Drei Kinder im Schulunterricht in Äthiopien
Art. 28 UN-Kinderrechtskommission "Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Bildung an; um die Verwirklichung dieses Rechts auf der Grundlage der Chancengleichheit fortschreitend zu erreichen, werden sie insbesondere a) den Besuch der Grundschule für alle zur Pflicht und unentgeltlich machen...". (c) UN Photo/Eskinder Debebe

UN-Definition „Kind“

Ein Kind wird nach Artikel 1 der Kinderrechtskonvention definiert als jeder Mensch, der das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet oder nach den Gesetzen eines Landes noch nicht die Volljährigkeit erreicht hat. Während jedes Kind den Schutz der Kinderrechtskonvention genießt, impliziert diese Definition jedoch auch, dass Staaten die Schutzpflichten der Kinderrechtskonvention unterminieren können, wenn unter 18-jährige Menschen nach nationalem Recht schon volljährig sind. Dies führt zu zentralen Herausforderungen für alle Bemühungen und internationalen Verhandlungen, die gegen die Ausbeutung von Kindern, wie beispielsweise bei der Bekämpfung von Kinderarbeit oder Zwangsverheiratungen geführt werden. Ferner hat dies Auswirkungen auf die Rechtsprechung, Arbeitszulassung und die allgemeine Schulpflicht.

WissensWerte: Kinderrechte Animationsfilm

Schriftzug: kinderrechte
Um den Film zu sehen, bitte auf das Bild klicken. (c) WissensWerte

News zum Thema Kinderrechte

  • AUSG: nachhaltige-entwicklung

    Drittes Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention in Kraft getreten

    Drei Kinder sitzen am Podium der Vereinten Nationen. Das mittlere Mädchen spricht in ein Mikrofon

    Am 14. April 2014 trat 25 Jahre nach der Annahme der Kinderrechtskonvention durch die UN-Generalversammlung das 3. Fakultativprotokoll zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes in Kraft. Dieses ergänzt den bestehenden Kinderrechtskanon um ein individuelles Beschwerderecht beim UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, und fügt ihm die Möglichkeit eines Staatenbeschwerdeverfahrens sowie eines Untersuchungsverfahrens hinzu.

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Lachende Kinder in Palästina
(c) UN Photo/Shareef Sarhan

Die Kinderrechtskonvention

Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (engl. Convention on the Rights of the Child, CRC) kurz Kinderrechtskonvention genannt, wurde am 20. November 1989 von der UN-Generalversammlung angenommen und trat am 2. September 1990 in Kraft. Abgesehen von den USA und Somalia haben bis heute alle UN-Mitgliedstaaten die Konvention ratifiziert (Stand: April 2014). Mit 194 Vertragsstaaten ist sie damit die am meisten ratifizierte Menschenrechtskonvention überhaupt.

Lesen Sie hier weiter, um mehr Informationen über das Abkommen, seine Inhalte und seine Bedeutung zu erhalten.

Fakultativprotokoll betreffend die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten

Kindersoldat in der Demokratischen Republik Kongo. (c) UN Photo

Das Fakultativprotokoll zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten wurde am 25. Mai 2000 verabschiedet und trat am 12. Februar 2002 in Kraft. Es knüpft im Kern an die altersgebundene Definition der Vereinten Nationen für Kinder an, nach der auch unter 18-jährige nach nationalstaatlichem Recht volljährig sein können. Artikel 1 des Protokolls weitet den Schutz dieser Kinder dahingehend aus, dass unter 18-jährige in keinem Fall an Feindseligkeiten - gemeint sind bewaffnete Konflikte - teilnehmen dürfen. Ebenso wird die verpflichtende Rekrutierung unter 18-jähriger in Armeen verboten. Stattdessen wird dafür plädiert, das Mindestalter von Rekruten grundsätzlich auf 18 Jahre anzuheben. Weiterlesen...

Fakultativprotokoll betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornografie

Das Fakultativprotokoll zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornografie wurde gemeinsam mit dem Protokoll zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten am 25. Mai 2000 verabschiedet und trat am 18. Januar 2002 in Kraft. Es wurde angesichts der Ausbreitung von Sextourismus, Menschenhandel und der zunehmenden Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet den bestehenden Verträgen zum Kindesschutz hinzugefügt. Überdurchschnittlich häufig sind Mädchen hiervon betroffen. Bisher haben 167 Staaten (Stand: Mai 2014) das Zusatzprotokoll ratifiziert. Weiterlesen...

Fakultativprotokoll betreffend ein Mitteilungsverfahren

Das Fakultativprotokoll zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend ein Mitteilungsverfahren wurde im Dezember 2011 von der UN-Generalversammlung verabschiedet und trat am 14. April 2014 in Kraft. Das Fakultativprotokoll ermöglicht es Kindern und Jugendlichen eine  Individualbeschwerde bei einer Verletzung ihrer Rechte aus dem Übereinkommen und den beiden weiteren Zusatzprotokollen – sofern der betroffene Staat sie ratifiziert hat - an den Ausschuss zu richten. Der Ausschuss kann sich dann dafür einsetzen, eine Einigung auf Basis des Übereinkommens herbeizuführen. Erhält er glaubhafte Angaben zu schwerwiegenden oder systematischen Verletzungen von Kinderrechten, kann der Ausschuss auch eine vertrauliche Untersuchung einleiten. Neben dieser Individualbeschwerde für Kinder sieht das Fakultativprotokoll auch die Möglichkeit eines Untersuchungs- und eines Staatenbeschwerdeverfahrens vor.

Ausschuss für die Rechte des Kindes

Susan Bissell von UNICEF spricht vor dem UN-Menschenrechtsrat
Susan Bissell von UNICEF vor dem UN-Menschenrechtsrat. Dieser widmet sich in einer jährlichen Sitzung der Umsetzung der Kinderrechte. (c) UN Photo/Jean-Marc Ferré

Der Ausschuss für die Rechte des Kindes überwacht als Gremium 18 unabhängiger ExpertInnen die Einhaltung der Bestimmungen der Kinderrechtskonvention und ihrer Zusatzprotokolle. Zu diesem Zweck reichen die Unterzeichnerstaaten alle fünf Jahre einen Bericht dazu ein, wie sie die Kinderrechte im nationalen Recht implementieren und umsetzen. Nach der Prüfung des Berichts gibt der Ausschuss Empfehlungen und Stellungnahmen in Form sogenannter „abschließender Bemerkungen“ ab. Die Berichte der einzelnen Staaten müssen problemorientiert und selbstkritisch anhand vorgegebener Richtlinien erstellt werden. Jeder Staat muss außerdem die eigenen Prioritäten in der Umsetzung der Konvention angeben und festgesteckte Ziele in der Zukunft benennen. Damit sich Staaten nicht durch die bloße Unterzeichnung der Konvention auf der „sicheren Seite“ wähnen, sucht der Ausschuss den Dialog mit Regierungsvertretern und Organisationen, die im Bereich Kinderrechte tätig sind, um so ein umfassendes Bild über die Umsetzung der Konvention und ihrer Zusatzprotokolle zu erlangen.