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Frauen

Geschlechtergerechtigkeit ist ein Menschenrecht. Frauen haben das Recht auf ein Leben in Würde, ohne Angst und Not. Doch noch immer leben Frauen häufiger als Männer in Armut, haben seltener lesen und schreiben gelernt, haben einen schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Eigentum, Krediten, Ausbildung und Arbeitsplätzen. In vielen Gesellschaften leiden Frauen unter Gewalt, Diskriminierung und traditionellen Praktiken, die ihre Gesundheit schädigen und ihre Würde untergraben. Um Wege aus der Armut zu finden, ist die Stärkung der Rolle der Frauen ein wichtiger Weg. Auf der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung (ICPD) 1994 in Kairo haben 179 Staaten die bedeutende Rolle von Frauen für die Entwicklung anerkannt. Starke Frauen helfen die Gesundheit und die Produktivität ihrer Familien und Gemeinschaften zu sichern und die Chancen für die nächste Generation zu verbessern.

Auf dem Bild sieht man Gesichter von verschiedenen Frauen. Das Bild ist von UN-Women
UN-Women

Zwangsverheiratung

Inmitten unserer Gesellschaft werden Ehen zwischen jungen Menschen gegen ihren Willen erzwungen. Die zwangsverheirateten Kinder und Frauen müssen meist bei den Familien der Ehemänner einziehen, leiden unter körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt ausgeübt durch ihr familiäres Umfeld. Es handelt sich bei Zwangsverheiratung um eine eklatante Menschenrechtsverletzung und moderne Form der Sklaverei.

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News zu Frauenrechten

  • Frauenrechte

    Vereinte Nationen berufen Wonder Woman ins Team

    Diane Nelson vor einem Banner von Wonder Women bei einer Pressekonferenz.

    In einer feierlichen Zeremonie im Oktober 2016 haben die Vereinten Nationen die Superheldin Wonder Woman zur Ehrenbotschafterin für die Ermächtigung von Frauen und Mädchen ernannt (engl.: Honorary Ambassador for the Empowerment of Women and Girls). Im Einklang mit den VN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals), insbesondere dem Ziel 5, soll die Kampagne um Wonder Woman dazu beitragen, Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

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  • Menschenrechte & Entwicklung

    Feminist Foreign Policy – für ein neues Paradigma für nachhaltigen Frieden?

    © UN Photo/Martine Perret

    Terror, Konflikte und zunehmender Nationalismus - auch 2016 kommt die Welt nicht zur Ruhe. Was ist radikal genug um traditionelle Außenpolitik zu transformieren und nachhaltigen Frieden weltweit zu fördern? Kristina Lunz argumentiert in einem Meinungsbeitrag, dass internationale Politik feministischer werden muss. Die Wahl Schwedens, dessen Außenministerin Margot Wallström eine ‚feminist foreign policy’ verkündet hat, in den UN-Sicherheitsrat sieht sie als ein Zeichen der Hoffnung.

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  • menschl-entw-staerken.de

    Platz für alle? Gleichberechtigung im öffentlichen Raum

    © UN Women: Violence must end.

    Silvester in Köln wurde sie sichtbar. Sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum. In vielen Ländern erreicht sie nicht die Schlagzeilen, aber den Alltag vieler Frauen. Sei es auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Wasserstellen, in Parks – vielerorts fühlen sich Mädchen und Frauen nicht sicher vor sexualisierter Gewalt. Dabei ist ihr einziges „Vergehen“: Sie bewegen sich im öffentlichen Raum. Das Gesicht der Gewalt ist vielseitig: verbale Belästigungen zählen genauso dazu wie körperliches Bedrängen, Vergewaltigungen bis hin zu Femiziden, der Ermordung von Frauen aufgrund ihrer Geschlechtzugehörigkeit.

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  • nachhaltige-entwicklung.de

    Sexualisierte Gewalt und Strafgerichtsbarkeit

    Studien der WHO und der UN-Abteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten beleuchten weltweite geschlechts-spezifische Gewalt gegen Frauen und sexualisierte Gewalt, von der jede dritte Frau betroffen ist. In Deutschland werden diese Taten unter dem Sexualstrafrecht geahndet. 2015 wurde ein neuer Gesetzesentwurf zur Reform des Sexualstrafrechts eingebracht.

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  • Neuerscheinungen

    Neue UN-Basis-Information: Die Vereinten Nationen und Frauen

    Durch Hartnäckigkeit gelang es den wenigen weiblichen Delegierten der Gründungskonferenz der Vereinten Nationen (UN), gleich an mehreren Stellen der UN-Charta das Gebot der Gleichstellung von Mann und Frau zu verankern. Für all diese Aufgaben wurden Institutionen gegründet, das Jahr und die Dekade der Frau ausgerufen, vier Weltkonferenzen abgehalten und eine Konvention verabschiedet. Heute liegt das Augenmerk darauf, die Würde und Rechte der Frauen wirksam zu schützen und die tatsächliche Gleichberechtigung auf allen Ebenen zu erreichen.

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  • Frauenrechte

    Resolution 1325: Globale Norm oder leeres Versprechen?

    Alle Menschen sind gefragt, den Beitrag von Frauen am öffentlichen Leben zu unterstützen und damit ihre gesellschaftliche Position zu stärken – nicht erst in Friedensprozessen

    Zum Jahrestag der Verabschiedung der Resolution 1325 stellt sich – wieder einmal – die Frage nach dem Stand ihrer Umsetzung durch die UN und durch nationalstaatliche Akteure. Eine neue „Global Study“ der UN beleuchtet Perspektiven und Errungenschaften unter der Resolution 1325 im Spannungsfeld zwischen dem Anspruch von weiblicher Teilhabe und der Realität fehlender finanzieller Unterstützung und gesellschaftlicher Anerkennung.

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  • DGVN-Nachrichten

    Frauenrechte in Deutschland: Verstärktes Engagement von Zivilgesellschaft und Politik gefordert

    Die UN-Untergeneral-sekretärin und Exekutivdirektorin von UN Women, Phumzile Mlambo-Ngcuka, hat sich neben ihrem Besuch zum Tag des Peacekeepers 2015 und zum Festakt Peking+20 in Berlin auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft getroffen. Im Familienministerium sprach sie in kleiner Runde über Deutschlands Rolle für die Zukunft von Frauenrechten und Gleichstellung.

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  • UN-Aktuell

    UN Women fordert volle Umsetzung der Peking-Ziele

    20 Jahre nach der 4. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen kamen in Berlin Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen, um gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und der Exekutivdirektorin von UN Women, Phumzile Mlambo-Ngcuka, zu diskutieren, welche Ziele der Pekinger Aktionsplattform umgesetzt wurden – und welche nicht.

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  • Frauen & Kinder

    Wie Geschlechtergerechtigkeit heute verstanden wird

    Logo des Weltfrauentages © www.internationalwomensday.com

    Pünktlich zum Internationalen Frauentag (08.03.) tagt die Frauenrechts-kommission der Vereinten Nationen – und der deutsche Bundestag beschließt die ‚Frauenquote’. Bisherige Errungen-schaften dürfen aber keinesfalls über die nach wie vor bestehenden strukturellen Ungleichheiten hinwegtäuschen.

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  • Frauen & Kinder

    Die Aktionsplattform von Beijing: Seit 20 Jahren wegweisend in der Gleichberechtigungspolitik

    Frauenrechtsaktivistinnen halten ein Plakat bei Eröffnung der Weltfrauenkonferenz.

    1995 wurde das zentrale VN-Dokument für Frauenrechte, die Pekinger Erklärung und Aktionsplattform, im Rahmen der vierten VN-Frauenkonferenz unterzeichnet. Anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums dieses Meilensteins der internationalen Gleichstellungspolitik werden die Fortschritte bei der Umsetzung der Erklärung während der diesjährigen VN-Frauenrechtskommission ausgewertet. Die Frauenrechtskommission ist das wichtigste zwischenstaatliche Gremium für die Stärkung der Gleichstellung und tagt jährlich für knapp zwei Wochen im März, dieses Jahr vom 09.-20. März. Warum gilt die Pekinger Erklärung als ein Meilenstein in der Gleichstellungspolitik und welchen Beitrag hat sie zur tatsächlichen Stärkung der Frauenrechte geleistet?

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  • Weitere Nachrichten im Archiv
Auf dem Bild sieht man das CEDAW-Logo
Logo von CEDAW / UN

Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau

Das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women, kurz CEDAW), auch bekannt als UN-Frauenrechtskonvention, wurde am  18. Dezember 1979 durch die UN-Generalversammlung verabschiedet und trat am 3. September 1981 in Kraft. Das Übereinkommen umfasst neben der Präambel 30 Artikel und stellt das wichtigste internationale Menschenrechtsinstrument für Frauenrechte dar.
Die Konvention definiert Diskriminierung von Frauen in Art. 1 als 

„jede mit dem Geschlecht begründete Unterscheidung, Ausschließung oder Beschränkung, die zur Folge oder zum Ziel hat, dass die auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau gegründete Anerkennung, Inanspruchnahme oder Ausübung der Menschenrechte und Grundfreiheiten durch die Frau – ungeachtet ihres Familienstands – im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, staatsbürgerlichen oder jedem sonstigen Bereich beeinträchtigt oder vereitelt wird.“

Die Konvention stellt die Grundlage für die Durchsetzung der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen dar, indem sie den gleichberechtigen Zugang zum sowie gleiche Möglichkeiten für Frauen im politischen und öffentlichen Leben garantiert.

Mit der Ratifizierung des Übereinkommens, das Standards zur Bekämpfung der Diskriminierung von Frauen in den Bereichen Kultur, Soziales, Bildung, Politik und Gesetzgebung festlegt,  verpflichten sich die Staaten, Maßnahmen gegen jede Form der Diskriminierung von Frauen zu treffen. Darunter fallen u.a. die Gewährleistung des  Prinzips der Gleichbehandlung von Frauen und Männern im nationalen Rechtssystem, die Abschaffung aller diskriminierenden Gesetze gegen Frauen, das gesetzliche Verbot diskriminierender Handlungen, die Etablierung öffentlicher Einrichtungen, die einen  effektiven Schutz von Frauen vor Diskriminierung  gewährleisten und die Sicherstellung der Abschaffung jeglicher Formen von Diskriminierung von Frauen durch Einzelpersonen, Organisationen oder Unternehmen.

CEDAW ist der einzige internationale Menschenrechtsvertrag, der die reproduktiven Rechte von Frauen bekräftigt und den Einfluss von Kulturen und Traditionen auf Geschlechterrollen und Familienbeziehungen ins Visier nimmt. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich auch dazu, Maßnahmen gegen Frauenhandel und die Ausbeutung von Frauen zu ergreifen.
Derzeit haben 187 Staaten die Konvention ratifiziert und 99 Staaten haben sie unterzeichnet. Die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnete CEDAW am 17. Juli 1985 und die Konvention trat am 9. August 1985 nach ihrer Ratifizierung in Deutschland in Kraft.

Fakultativprotokoll zum Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau

Das Fakultativprotokoll zum Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau wurde am 6. Oktober 1999 von der Generalversammlung angenommen und trat im Dezember 2000 in Kraft. Es eröffnet dem Ausschuss, der die Implementierung des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau überwacht, die Möglichkeit, aktiver gegen die Verletzung von Frauenrechten vorzugehen. Die Kompetenzen des Ausschusses wurden hierzu auf zwei Arten erweitert.
Erstens wurde ein Beschwerdeverfahren ins Leben gerufen, wonach sich auch Einzelpersonen oder Gruppen an den Ausschuss wenden können, wenn sie sich in von der Konvention geschützten Rechten verletzt sehen. Sofern der Ausschuss die Beschwerde als zulässig ansieht, leitet er die Beschwerde an den Staat weiter, der dazu Stellung nehmen muss. Diese Stellungnahme wird wiederum an die Kläger zurückgeleitet und von diesen kommentiert. Daraufhin beurteilt der Ausschuss die Situation und spricht seinerseits Empfehlungen aus.
Zweitens ist es dem Ausschuss möglich, in Situationen von schweren oder systematischen Verletzungen von Frauenrechten eine eigene Untersuchung einzuleiten. Dies geschah erstmals in Bezug auf Mexiko wegen der hohen Zahl von Entführungen, Vergewaltigungen und Morden an Frauen in der Umgebung von Ciudad Juarez. Der Bericht über die 2003 stattgefundene Untersuchung wurde Anfang 2005 gemeinsam mit der Stellungnahme Mexikos und weiteren Empfehlungen des Ausschusses veröffentlicht.
Beide Kompetenzen besitzt der Ausschuss allerdings in Bezug auf Staaten, die sowohl das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau als auch das Fakultativprotokoll ratifiziert haben. Das Fakultativprotokoll wurde bisher von 104 Staaten ratifiziert und von 80 weiteren Staaten unterzeichnet (Stand: April 2013).

Das Logo anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Resolution 1325

Resolution 1325 zu „Frauen, Frieden und Sicherheit“

Im Oktober 2000 verabschiedete der Sicherheitsrat  einstimmig die Resolution 1325 zu „Frauen, Frieden und Sicherheit“. Darin griff er ein Thema der Erklärung und Aktionsplattform von Beijing auf: die spezifische Rolle von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten sowie  die Notwendigkeit, Frauen und Mädchen als Akteurinnen mit speziellen Bedürfnissen in alle Wiederaufbauprozesse, darunter Entwaffnungs-, Demobilisierungs- und Reintegrationsmaßnahmen mit einzubinden. 
Damit stellt die Resolution einen Meilenstein zum Schutz von Frauen in Kriegen und Nachkriegsgesellschaften dar. Sie konzentriert sich sowohl auf Schutzbedürfnis von Frauen und Mädchen vor geschlechterspezifischer und sexueller Gewalt als auch auf die Förderung der gleichberechtigten Teilnahme von Frauen bei Friedensprozessen. Zusammenfassen lässt sich das unter dem Schlagwort der „3P“ – Prävention, Partizipation und Protektion. Frauen sollen auf allen Ebenen und bei allen Bereichen der Friedensförderung und Konfliktbewältigung gleichberechtigt vertreten sein. 
Daher wird die Integration einer Geschlechterperspektive in alle UN-Friedensmissionen und auch in Friedensabkommen gefordert. Konkret sollen die UN mehr Frauen zu Sonderbeauftragten ernennen und verstärkt weibliches Personal für UN-Missionen rekrutieren, insbesondere bei Polizei, Militärbeobachtern und humanitärem Personal. Dabei sind sie allerdings auf die Kooperation der Mitgliedstaaten angewiesen, die das Personal für UN-Missionen stellen. Darüber hinaus werden alle Mitgliedstaaten der UN aufgefordert, die Beteiligung von Frauen an nationalen Mechanismen zur Bewältigung und Prävention von Krisen zu fördern.
Auf Resolution 1325 folgten weitere Resolutionen des Sicherheitsrates – insbesondere Res. 1820 (2008), 1888 (2009), 1889 (2009), 1960 (2010) - , die sich mit Aspekten dieser Thematik beschäftigten. Der UN-Generalsekretär hat zehn Jahre nach der Verabschiedung der Resolution einen Bericht über deren Umsetzung vorgelegt (S/2010/498), in dem er Fortschritte u.a. bei der politischen Beteiligung von Frauen lobte, aber auch kritisierte, dass bisher bei vielen zentralen Bereichen wie der Beteiligung von Frauen bei Friedensverhandlungen und dem Schutz weiblicher Flüchtlinge in Flüchtlingslagern keine maßgebliche Verbesserung erzielt wurde. 
Um die Umsetzung von Resolution 1325 zu erleichtern, haben einige Staaten nationale Aktionspläne verabschiedet. In dem im Jahr 2012 erstellten nationalen Aktionsplan von Deutschland für die Jahre 2013 - 2016 werden sechs Schwerpunkte gesetzt: Prävention; Vorbereitung von Einsätzen, Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung; Beteiligung; Schutz; Wiedereingliederung und Wiederaufbau sowie Strafverfolgung.