UNHCR

Ein junger Syrer sitzt neben einem braunen UNHCR Zelt.
Ein junger Syrer im jordanischen Za'atari Flüchtlingslager, das vom UNHCR zur VErfügung gestellt wurde (c) IRIN/ Areej Abu Qudairi

Das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) ist eine mit der Koordination der internationalen Bemühungen zum Schutz von Flüchtlingen beauftragte Unterorganisation der Vereinten Nationen. Zu ihrem Aufgabengebiet zählt es, die Ursachen von Vertreibung zu bekämpfen und nach Lösungen für sogenannte Flüchtlingskrisen zu suchen. Zu diesem Zweck unterstützt das UNHCR in Krisensituationen friedliche Konfliktlösung und beteiligt sich am Ausbau des internationalen Menschenrechtsregimes.

Aufgaben des UNHCR

Primäre Aufgabe des Amtes ist es, die Wahrung der Menschenrechte von Flüchtenden zu überwachen und Mitgliedsstaaten in diesem Prozess zu begleiten und zu beraten. Dazu zählt in manchen Fällen auch, dass das Amt die Registrierung und Bearbeitung von Flüchtlingen und Asylanträgen für die Mitgliedsstaaten übernimmt, wenn diese nicht über entsprechende oder ausreichende Kapazitäten und Strukturen verfügen.

Zusätzlich unterstützt das UNHCR aber auch Integrationsbemühungen in den Zielländern von Geflüchteten, eine Neuansiedlung in Drittstaaten (Resettlement) oder auch eine freiwillige Rückkehr und Reintegration der Geflüchteten in ihren Herkunftsländern. Neben Geflüchteten und Rückkehrer*innen kümmert sich das UNHCR um die Rechte und das Schicksal von Binnenvertriebenen (engl. Internally Displaced Persons) und staatenlosen Personen. Alle diese Bemühungen geschehen in Kooperation mit den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und der Zivilgesellschaft. Das Amt betont dabei auch einen partizipativen Ansatz und integriert Geflüchtete in seine Arbeit.

Ein weiterer essentieller Bestandteil der Arbeit des Flüchtlingskommissariats ist die materielle Versorgung und Unterstützung von Flüchtlingen. So finanziert das UNHCR zum Beispiel den Aufbau von Flüchtlingslagern und trägt maßgeblich zur Ersthilfe und zum Aufbau einer Infrastruktur in diesen Einrichtungen bei.

Mandat des UNHCR

Das UNHCR wurde 1951 von den Vereinten Nationen eingerichtet (RES 319 (IV)). In den Folgejahren des Zweiten Weltkrieges sollte es vor allem den rund eine Million Vertriebenen auf dem europäischen Kontinent helfen, eine neue Heimat zu finden oder sich in ihren Heimatländern neu anzusiedeln. Das Mandat erstreckte sich vorerst nur auf drei Jahre und die europäischen Flüchtlinge. Schnell wurde jedoch klar, dass die Flüchtlingsproblematik kein Phänomen der Nachkriegsjahre bleiben würde. Mit immer neuen Kriegen und Konflikten auf der ganzen Welt erweiterte sich auch das Mandat des UNHCR. Nach dem es zuvor alle fünf Jahre erneuert werden musste, einigte sich die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2003 darauf, das Mandat des Amtes unbegrenzt zu erweitern, „bis das Flüchtlingsproblem gelöst ist“ (RES 58/153).

Mehr zum Hohen Flüchtlingskommissar selbst, der Struktur des Amtes, seiner Finanzierung und Deutschlands Beitrag hierbei erfahren Sie hier...

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UNRWA-Das Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge

Zwei Palästinenser hantieren mit braunen Pappkartions auf denen der Schriftzug UNRWA geschrieben steht.
UNRWA Mitarbeiter verteilen Hilfsgüter an Flüchtlinge im Gaza, Palästina (c) UNRWA/ Shareef Sarhan.

Eine gesonderte Rolle im UN-Flüchtlingsschutz spielt das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA). Im Zuge des ersten arabisch-israelischen Krieges 1948 richteten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen das Hilfswerk ein, um die damals mehr als 750.000 Palästinaflüchtlinge zu unterstützen (RES 302 (IV)). Die Hilfsleistungen des UNRWA umfassen heute die Bereiche Bildung, Gesundheit, Soziales, Infrastruktur der Flüchtlingslager, Mikrofinanzierung und Nothilfe und erstrecken sich mittlerweile auf über 5 Millionen Palästinaflüchtlinge.

Das UNRWA ist auch insofern eine Besonderheit, da es als einziges Hilfswerk langfristig nur eine Gruppe von Flüchtlingen versorgt und unterstützt.

Lesen Sie hier mehr zur UNRWA, ihrem Aufbau und der Finanzierung…

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