Menschenrechte & Entwicklung Antidiskriminierung

Inklusion zählt: Nur gemeinsam lässt sich die Welt voranbringen!

Auf dem Foto ist eine Frau zu sehen, die an dem letzten Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen teilnahm.

Eine Teilnehmerin auf dem letzten Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen. Quelle: UN-Photo/Amanda Voisard

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember fordert der UN-Generalsekretär, Ban Ki-moon, ein gemeinsames Handeln. Nur zusammen mit Menschen mit Behinderungen könne die Welt vorangebracht werden. Auf diese Weise würde niemand zurückgelassen werden.

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen wurde im Jahr 1992 von den Vereinten Nationen mit der Resolution 47/3 beschlossen und wird seitdem jährlich begangen. Ziel ist es, auf die Anliegen und Rechte von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen. Außerdem sollen Regierungen, Zivilgesellschaft und Unternehmen weltweit ermutigt werden, die Situation von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

Jedes Jahr findet dieser Aktions- und Gedenktag unter einem anderen Motto statt. 2015 rufen die Vereinten Nationen dazu auf, dem Thema Inklusion besondere Priorität einzuräumen und fordern mit dem Slogan „Inclusion matters: access and empowerment of people of all abilities“, allen Menschen Zugang und gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten.

Auf der Bild sind mehrere Kinder mit und ohne Behinderungen zu sehen. Sie lachen gemeinsam.
Gemeinsam spielen und lachen geht am besten in einer inklusiven Gesellschaft. Quelle: UN-Photo/Mohammad Ismail

Die größten Barrieren entstehen im Umfeld

Laut dem ersten Weltbehindertenbericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2011 leben weltweit über eine Milliarde Menschen mit Behinderungen. Das sind fast 15 Prozent der Weltbevölkerung, in Deutschland sind es cirka zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich der Großteil der Menschen mit Behinderungen in besonders prekären Lebenssituationen befindet: Sie sind im Schnitt ärmer und haben einen schlechteren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung.

Diese Erkenntnisse haben zu einem internationalen Umdenken beigetragen. Statt lediglich die „gesundheitlichen Beeinträchtigungen“ von Menschen mit Behinderungen zu thematisieren, wird nun zunehmend darüber diskutiert, welchen Hindernissen behinderte Menschen in ihrer Umwelt begegnen. Zu den häufigsten gehören gesellschaftliche Stigmatisierung und Diskriminierung sowie praktische Missstände, wie z.B. fehlende Barrierefreiheit.

In diesem Jahr wurden für den Aktionstag drei Unterthemen und damit verbundene Ziele festgelegt, die einige Barrieren besonders hervorheben:

  1. Städte inklusiv und zugänglich gestalten („Making cities inclusive and accessible for all“): Da auch in Zukunft immer mehr Menschen in Städten leben werden, ist es wichtig, diese inklusiv und zugänglich für alle zu gestalten.
  2. Verbesserung der Datenerhebung („Improving disability data and statistics“): Immer noch liegen zu wenig Daten und Statistiken zu Menschen mit Behinderungen und ihren Lebenssituationen vor. Um die Arbeit zukünftig zu verbessern, müssen mehr Informationen erhoben, ausgewertet sowie international vergleichbar gemacht werden.
  3. Berücksichtigung nicht sichtbarer Behinderungen („Including persons with invisible disabilities in society and development“): Menschen, deren Behinderungen auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, werden häufig vernachlässigt und nicht ausreichend geschützt. Dazu zählen insbesondere Menschen mit mentalen und psychosozialen Behinderungen.

Um diese Themen voranzutreiben und eine inklusive Gesellschaft zu erreichen, werden weiterhin große Kraftanstrengungen der internationalen Gemeinschaft nötig sein. Einen hilfreichen Orientierungsmaßstab bei der Umsetzung bieten die in der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung festgelegten Vorhaben zu Menschen mit Behinderungen sowie das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Nicht zu vergessen ist dabei, dass eine gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben auch ein Garant für eine stabile Demokratie, eine starke Zivilgesellschaft und ein gemeinsames und friedliches Miteinander ist.

 

Maheba Goedeke Tort

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