Die UNESCO und die Menschenrechte

Das Bild zeigt das Logo der UNESCO.
(c) UNESCO

„Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“ So lautet die Leitidee der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (engl. United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, UNESCO), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit derzeit 195 Mitgliedstaaten. Die Achtung der Menschenrechte soll sie dadurch stärken, dass sie die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur fördert.

Vier Rechte aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fallen direkt in den Zuständigkeitsbereich der UNESCO: Das Recht auf Bildung, das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben, das Recht auf Meinungsfreiheit sowie das Recht auf Teilhabe an wissenschaftlichem Fortschritt und dessen Errungenschaften. Insbesondere das Recht auf Meinungsfreiheit ist allerdings ein Querschnittsthema, mit dem sich auch andere UN-Organe beschäftigen.

Alle Programme und Aktivitäten der UNESCO sollen auch die Verwirklichung der Menschenrechte fördern. Besonders deutlich ist das bei der Förderung von Bildung. Die UNESCO betreibt unter anderem Aufklärungsarbeit darüber, welche Menschenrechte es gibt. Darüber hinaus soll ihr Einsatz für Bildung dazu beitragen, den Menschen eine Wahrnehmung ihrer Menschenrechte zu ermöglichen. So werden z. B. grundlegende Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben als eine Voraussetzung für viele Berufe gefördert, um das Recht auf freie Berufswahl zu stärken, das durch da Analphabetismus einschränkt wird.

Darüber hinaus hilft die UNESCO den Mitgliedstaaten auch, Kapazitäten zum Umgang mit diversen Problemen wie dem Klimawandel oder sozialen Veränderungen aufzubauen. Zu diesem Zweck werden UNESCO-Aktionspläne und Konventionen verabschiedet, so etwa die Allgemeine Erklärung über Bioethik und Menschenrechte im Jahr 2012.

Werden Menschenrechte, die in die Kompetenz der UNESCO fallen, verletzt, können sich einzelne Menschen auch an einen Ausschuss der UNESCO wenden: Den Ausschuss zu Konventionen und Empfehlungen. Der Ausschuss versucht daraufhin, einen Dialog mit betroffenen Regierungen in Gang zu bringen, um die Situation der Opfer zu verbessern und eine freundschaftliche Lösung zu finden. Er hat allerdings ausdrücklich keine Kompetenz, Staaten moralisch oder juristisch zu verurteilen.